Geschichte des Gartenverein „Im Rauhen Holz“ e.V.

Drei Jahre nach Kriegsende, im Jahr 1948 und drei Monate vor der Währungsreform, nahmen die ersten „Kleingärtner“ das als Grabeland ausgewiesene Gelände westlich der Häuserreihe „Unten im Felde“ und nördlich des Wäldchens „Rauhes Holz“ unter den Spaten. Das Gelände liegt im Stadtteil Lütgendortmund und ist über die Provinzialstraße (B 235) leicht zu erreichen. Grabeland war zur damaligen Zeit schon eine organisierte Form der Gartennutzung und fast unbezahlbar.

Eigentümer des Geländes war der Landwirt Heinrich Oberschulte, mit dem der damalige Vorsitzende Fritz Weferinghaus am 18. März 1948 einen Pachtvertrag auf 99 Jahre abschloss.

Zu dieser Zeit belief sich das Vereinsvermögen lt. Protokoll vom 20.06.1948 auf 500,00 Mark.

Auf der Mitgliederversammlung vom 20.03.1949 plante der Vorstand die Umwandlung des Grabelandes in eine Dauerkleingartenanlage, für die sich bereits 47 Gartenbewerber gemeldet hatten. Im August 1949 wurden die ersten 400 m² großen Gärten an die Bewerber vergeben.

Zwei Jahre später, 1950 schlossen sich die Gründungsväter dem Stadtverband Dortmund der Kleingärtner e. V. an.

Zusammen mit dem Fachberater wurden die einzelnen Gartenparzellen in der zum Teil heute noch bestehenden Grenzen abgesteckt. Von den abgesteckten Parzellen konnten im selben Jahr 55 Gärten übergeben werden. Heute verfügt der Verein über 82 Einzelgärten. Die letzten zwei Gärten wurden 1995 fertig gestellt.

Am 9. Januar 1950, einem Sonntag, wurde der erste Spatenstich für den Bau des Hauptweges vollzogen. Mit dem Wegebau kamen auch die Wasserleitungen, zuerst aber nur bis zu Gemeinschaftszapfstellen.

Als im Jahr 1986 die Wasserleitungen neu verlegt werden mussten, wurden alle Gärten direkt an das Wassernetz angeschlossen.

Nach und nach entstanden auch die ersten Gartenlauben. Anfang 1956 zählte der Verein 27 stolze Laubenbesitzer. Da der Laubenbau in vielen Gärten nicht so recht vorankam, beschloss der Vorstand bei der Neuvergabe von Gärten nur solche Bewerber zu berücksichtigen, die sich zum Bau einer Gartenlaube verpflichteten. Im Jahr 1980 stand dann in jedem Garten eine Laube.

Ab 1981 verfügt auch jeder Garten über einen Stromanschluss.

Obwohl der Verein inzwischen über eine Festwiese am Waldrand verfügte, fehlte noch das Vereinsheim. Im Protokoll vom 8. Mai 1955 wird der Bau eines Vereinsheimes festgeschrieben, das aber erst 1969 mit einem zünftigen Gartenfest eingeweiht werden konnte. Diese Aufgabe übernahm Gfd. Heinrich Beuke, der 1962 den Vorsitz von Gfd. Fritz Weferinghaus übernommen hatte. Bis zu seiner heutigen Form wurde das Vereinshaus in mehreren Abschnitten erweitert und umgebaut.

In den letzten Jahren investierte der Verein viel Geld und Zeit in seine Gartenwege. Auf Betreiben der Bezirksvertretung Lütgendortmund musste im Jahr 1998 der Weg zu unserem Vereinshaus neu gebaut werden. Der bisherige Weg, der jahrelang durch das Wäldchen „Rauhes Holz" führte, wurde aus ökologischen Gründen für den Autoverkehr gesperrt. Der neue Weg verläuft entlang des Wäldchens und liegt größtenteils auf dem Gartengelände.

Der Mittelweg unserer Anlage wurde zu einem Naturlehrpfad umgestaltet. Bis zum Jahr 2006 konnten mit Unterstützung des Stadtverbandes 210 m Gartenwege erneuert werden. In den Jahren 2010 und 2011 wurde der Schotterbelag der neuen Zufahrt zum Vereinsheim gegen Verbundsteine ausgetauscht. Ebenfalls im Jahr 2011 wurden die Dächer des Vereinshauses und des Geräteschuppens saniert.

Hauptverantwortlich für das Entstehen und Bestehen der Gartenanlage „Im Rauhen Holz“ e.V. waren bis heute nur sechs Vorsitzende.

Vom Gfd. Fritz Wefringhaus von 1948 bis 1962,danach übernahm Gfd. Heinrich Beuke bis 1973 die Vorstandsarbeit. Ihm folgte bis 1984 Gfd. Erich Gold. Danach führte Gfd. Manfred Kremer die „Rauhen Hölzer“, bis im Jahr 1996 Gfd. Erich Gold wieder den Vorsitz übernahm. Im September 2007 wurde Gfd. Dirk Bresser Vorsitzender und hatte den Vorsitz bis zum Oktober 2014 inne. Seit März 2015 ist Gfd. Maik Detgen Vorsitzender.

Obwohl das Miteinander in unserem Verein auch nicht immer problemlos verlief, beweist doch die geringe Zahl von nur sechs Gartenfreunden, die dem Verein vorstanden, dass die Vereinsmitglieder mit den gewählten Vorsitzenden zufrieden waren.

Auf der Jahreshauptversammlung 2000 wurde die vom Stadtverband eingeführte Ehegattenmitgliedschaft mit großer Mehrheit für unseren Verein beschlossen. Im Jahr 2004 verschwand der Begriff „Klein“ aus unserem Namen.

Wir stehen jetzt als

Gartenverein „Im Rauhen Holz“ e.V.

im Vereinsregister.

Die Teilnahme an den jährlichen Wettbewerben des Stadtverbandes Dortmunder Gartenvereine e.V. war für uns immer wieder eine neue Herausforderung. Die Erfolge schmücken die Wand in unserem Vereinsheim.

Beim Wettbewerb „Goldener Spaten“ wurde unser Gartenverein 2000 und 2009 mit „Hervorragend“ 2003 und 2006 mit „Sehr Gut" bewertet.

Den 1. Preis bekamen wir 2002 für unseren Spielplatz beim Spielplatzwettbewerb, diesen Erfolg konnten wir im Jahr 2017 nach umfangreicher Sanierung des Spielplatzes wiederholen. 2017 gab es für unsere Gartenfreunde noch zusätzlich den Sonderpreis vom Verein zur Förderung von Spiel- und Freizeitanlagen für Kinder und Jugendliche e.V. , für die erhebliche Eigenleistung bei der Gestaltung des Spielplatzes.

© Gartenverein "Im Rauhen Holz" e.V.